Entfernung der Sonny-Liston-Skulptur und kritische Auseinandersetzung mit der kolonialen und NS-Vergangenheit Stuttgarts

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Stuttgart-Mitte
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kostenneutral

Für unsere Stadt ist der Vorschlag:

Ergebnis:

186
weniger gut: -285
gut: 186
Meine Stimme: keine
Platz: 
1854

Wir, die Kriegs Enkel Stuttgart, stellen folgenden Antrag: Die Stadt Stuttgart soll die kontroverse Skulptur "Hommage an Sonny Liston" von Alfred Hrdlicka entfernen, die derzeit vor einem Gebäude mit NS-Geschichte und NS Offiziere am Stauffenbergplatz steht. Gleichzeitig fordern wir eine umfassende kritische Auseinandersetzung mit der kolonialen und nationalsozialistischen Vergangenheit der Stadt, insbesondere mit Blick auf Kunst und Denkmäler im öffentlichen Raum.

Die Darstellung des US-amerikanischen Boxers Sonny Liston als entblößte, monströse Figur ohne historischen oder kulturellen Bezug zu Stuttgart wirft erhebliche ethische und gesellschaftliche Fragen auf. Die Platzierung vor einem Täterort des NS-Regimes, einem ehemaligen Nazi-Gebäude, verstärkt die Problematik.

Unsere Kernforderungen:

Entfernung der Sonny-Liston-Skulptur:
Die skulpturale Darstellung Listons entwürdigt nicht nur die Person Sonny Liston, sondern verstärkt durch ihre Nacktheit und Entmenschlichung Assoziationen mit kolonial-rassistischen Praktiken, wie der entblößenden Degradierung auf Sklavenmärkten oder in Konzentrationslagern.

Die Platzierung an einem historischen Ort mit NS-Bezug ist nicht vertretbar und vermittelt ein respektloses Bild gegenüber den Opfern des Nationalsozialismus.

Kritische Aufarbeitung der Vergangenheit Stuttgarts:
Stuttgart hat eine lange Geschichte von Verstrickungen in koloniale Ausbeutung, nationalistisches Gedankengut und NS-Täterstrukturen. Es ist unerlässlich, dass die Stadt ihre Verantwortung wahrnimmt, diese Vergangenheit offen und kritisch aufzuarbeiten.

Wir fordern eine Aufklärung darüber, warum und wie Kunstwerke wie dieses in den öffentlichen Raum kommen, ohne Rücksicht auf die Öffentlichkeit, und die Nachkommen des Boxers.

https://www.instagram.com/reel/DCfZtIho7Vp/?igsh=dW02MHpiMHY0bmRq

Kommentare

12 Kommentare lesen

Liebe Kriegsenkel Stuttgart,
Ich bin in vielerlei Hinsicht verwirrt von ihrem Vorschlag, aus mir nicht vollständig nachvollziehbaren Gründen verbinden Sie hier die Stuttgarter NS-Zeit auf einem zentralen Stuttgarter Platz mit einem Kunstwerk dass dort allerdings erst 1963 aufgestellt wurde. Ganz grundsätzlich bin ich auch nicht einverstanden mit ihrer Interpretation des Werkes, es ist mir unerklärlich wie die nackte Darstellung eines Boxers irgendetwas mit Konzentrationslagern zu tun haben soll, für Kontext: Ich studiere aktuell an der ABK Stuttgart Kunst.
Weiter stellt sich mir die Frage ob laut ihrer Argumentation an Stuttgarter Plätzen mit NS-Geschichte grundsätzlich keine Kunst aufgestellt werden sollte, vielleicht wäre der korrektere Ansatz auch solche Plätze kulturell zu beleben und zu verschönern wie alle anderen auch. Übrigens stellt das überhaupt nicht infrage dass wir uns kritisch mit unserer Vergangenheit auseinandersetzen sollten, ihren vorletzten Absatz würde ich persönlich genauso unterschreiben, nur leider hat das überhaupt nichts mit dem Kunstwerk am Stauffenbergplatz zu tun.

vielen Dank Herr Blandini für Ihre ausführliche Nachricht und Ihre Bereitschaft, sich mit unserem Anliegen auseinanderzusetzen. Ich verstehe Ihre Verwirrung und möchte auf Ihre Punkte gerne eingehen, um die Diskussion zu klären und einen konstruktiven Dialog zu fördern.

Kontext des Kunstwerks:
Es ist korrekt, dass die Skulptur „Hommage an Sonny Liston“ von der Stadt Stuttgart erworben wurde und ursprünglich an einem anderen Platz stand. Sie wurde jedoch später vor dem Alten Schloss und dem Museum positioniert – einem Ort mit NS-Geschichte. Sonny Liston selbst hatte keinerlei Verbindung zu Stuttgart, weder biografisch noch kulturell, was die Platzierung bereits fragwürdig macht.
Darüber hinaus weicht die Darstellung des Boxers stark von der Realität ab. Die Skulptur wirkt grotesk: Sie zeigt eine entblößte, entmenschlichte Figur mit einem übermäßig ausgeprägten rechten Arm und ohne linken Arm, was sowohl Sonny Listons Person als auch dem Boxsport nicht gerecht wird. Es ist schwer zu erkennen, dass diese Figur einen Boxweltmeister repräsentieren soll.

Verbindung zur NS-Geschichte:
Der Standort des Kunstwerks vor dem Alten Schloss, einem Ort, der während der NS-Zeit eine Rolle spielte, wirft zusätzliche Fragen auf. Das Alte Schloss war während des Nationalsozialismus ein Ort der Macht und Verwaltung. In Stuttgart, einer Stadt mit kolonialer und nationalsozialistischer Vergangenheit, ist es essenziell, den Kontext von Kunst im öffentlichen Raum besonders sensibel zu betrachten.
Die Verbindung zwischen einer grotesk dargestellten, nackten Figur und einem geschichtsträchtigen Ort mit NS-Bezug ist schwer nachvollziehbar. Zwar war die Skulptur nicht für diesen Standort konzipiert, doch ihre Platzierung an einem solchen Ort führt zu Missverständnissen und widerspricht dem Anliegen, sich kritisch mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen.

Kunst im öffentlichen Raum:
Sie erwähnen die kulturelle Belebung und Verschönerung historischer Plätze. Dies ist ein wichtiger Punkt, den wir unterstützen. Wir sind keineswegs der Meinung, dass Kunst an Orten mit NS-Geschichte per se unangemessen ist. Im Gegenteil: Kunst kann ein kraftvolles Medium sein, um Geschichte aufzuarbeiten und Dialoge zu fördern.
Jedoch sollte die Kunst in solchen Kontexten sensibel gewählt werden. Sie sollte entweder eine direkte Verbindung zum Ort und seiner Geschichte herstellen oder die Werte von Erinnerung, Vielfalt und Respekt transportieren. Die Skulptur von Sonny Liston erfüllt keines dieser Kriterien.

Unser Anliegen:
Unser Vorschlag zielt nicht darauf ab, Kunst aus dem öffentlichen Raum zu verbannen, sondern darauf, eine bewusste und respektvolle Auswahl zu treffen. Wir schlagen vor:
* Eine alternative Nutzung des Standorts, die dessen historische Bedeutung stärker betont.
* Eine genauere Prüfung, bevor Kunstwerke mit wenig oder keinem Bezug zur Stadtgeschichte an Orten mit NS-Vergangenheit aufgestellt werden.
* Die Einbindung von Künstlerinnen und Historikerinnen, um Kunst zu schaffen, die den Kontext dieser Orte berücksichtigt.

Abschließend möchte ich betonen, dass es uns nicht darum geht, Kunst generell infrage zu stellen, sondern darum, den öffentlichen Raum so zu gestalten, dass er historische Verantwortung übernimmt und gleichzeitig Raum für kulturelle Auseinandersetzung bietet. Stuttgart hat eine besondere Verpflichtung, seine koloniale und NS-Vergangenheit sorgfältig aufzuarbeiten – auch durch die Wahl und Platzierung von Kunstwerken.

Ich danke Ihnen für Ihre Überlegungen und stehe für weitere Fragen oder einen Austausch gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Kriegs Enkel Stuttgart

Liebe Kriegs Enkel Stuttgart,

ich bin in Stuttgart aufgewachsen und habe die Skulptur oft gesehen, sie jedoch noch nie mit der NS Zeit in Verbindung gebracht.
Ich kann verstehen, dass das Sie das Thema aufregt.
Wenn Sie etwas weniger Zeit investieren würden ganz Stuttgart mit der NS Zeit in Verbindung zu bringen, hätten Sie bestimmt mehr Spaß und wir könnten die wirklich wichtigen Vorschläge bewerten.

Grüßle

De eskalieren DE Das würde ich mit den Protagonisten gerne auch persönlich im Rathaus Tacheles bereden. oder so : Sonny Liston wurde von Cassius Clay besiegt. O.K. The Boxer Simon & Garfunkel O.K.
Lichter der Großstadt Charlie Chaplin O.K.
=EIN DENKMAL DAS ALLES ZUSAMMENBRINGT = INTEGRATION

Vielleicht noch dies: Alfred Hrdlicka hat auch eine Statue für Eugen Bolz, unseren letzten Württembergischen Ministerpräsidenten vor der NS-Zeit, gestaltet. An beiden Werken habe ich nicht das geringste auszusetzen. Sonst orientiert Euch an Eduardo Chillida vor dem Kanzleramt in Berlin. Auch das ist Klasse. Eskerrikasko.

Sankt: Sie müssen verstehen, dass es etliche Menschen gibt, bei denen ihr ganzes Denken nur auf ein Thema gerichtet ist. Da gibt es dann kein Blick nach links oder rechts. Es gibt auch Menschen, deren Fetisch Rassismus ist und die beim Wort "SSB" sofort an Nazis denken.

Abgelehnt!

Sankt

Sonny Liston hatte früher einen ganz anderen Platz. Tatsache, Liston hat kein Bezug zu Stuttgart. Der Künstler aber. Die Frage, warum steht die Skulptur vor einem Museum von NS Offizieren? Dazu ohne linken Arm und stark ausgeprägten rechten Arm. Was würde der Künstler dazu sagen? Vergessen wir nicht die Kolonialgeschichte von Stuttgart und seiner Beteiligung am Genozid in Afrika und der Menschen Zoos in Stuttgart. Dieser Künstlerischer Rassismus, wird langfristig entfernt. Darum machen wir uns flauschig und warten was passiert.

Zu Imre jr.

Die Hommage an die Kraft der Integration – die die Fähigkeit, unterschiedliche Geschichten, Kämpfe und Persönlichkeiten zusammenzubringen und daraus etwas Neues, Stärkeres zu schaffen. Er fordert dazu auf, sich aktiv mit diesen Themen auseinanderzusetzen, Klartext zu reden und konkrete Schritte zu unternehmen, um Integration in der Gesellschaft zu fördern. Ist ein tolle Skulptur zur Gastarbeiter Erinnerungskultur. Es geht hier um Sonny Liston, der Künstler versteht vom Boxen nicht. Das ist nicht schlimm, weil das Leben eines Boxer gerade
um das Leben von Sonny Liston, haben Sie auch nicht verstanden. Was grundsätzlich nicht schlimm ist. Wir können gerne zu dem Thema im, am Rathaus oder bei der Skulptur eine Umfrage starten.

Die Verbindung der Umsetzung der Skulptur vor dem Museum von Nazioffizier. Ist das Problem. Lasst uns, dass Mahnmal für die Opfer der Deserteure ans Museum von Stauffenberg bringen. Das wäre ein klares Zeichen. Die Deserteure waren Helden, Stauffenberg war ein Micky Maus Held. Daher ist die Frage, was passt nicht besser zusammen?

Die Skulptur und ihre Symbolik

Alfred Hrdlicka schuf die „Hommage à Sonny Liston“ zwischen 1963 und 1965. Die Skulptur zeigt Liston als nackten, muskulöses Monster mit einem abgeschlagenen Arm – ein Verweis auf seine gefürchtete Schlagkraft im Ring. Hrdlicka sah in Liston den „modernen Gladiator“, der für Kraft, Aggressivität steht. Doch genau diese Darstellung wird heute kritisch hinterfragt. Die Nacktheit und Entmenschlichung der Figur erinnern an rassistische Praktiken, wie sie auf Sklavenmärkten oder in Konzentrationslagern praktiziert wurden. Die Kritiker argumentieren, dass die Skulptur nicht nur Liston entwürdigt, sondern auch eine problematische Symbolik transportiert23.

Der Standort: Ein Ort der Täter

Der Stauffenbergplatz, an dem die Skulptur steht, ist eng mit der NS-Vergangenheit Stuttgarts verbunden. In der Nähe befand sich einst die Gestapo-Zentrale für Württemberg und Hohenzollern, in der tausende Menschen gefoltert und ermordet wurden. Die Platzierung der Skulptur an einem solchen Ort wird als respektlos gegenüber den Opfern des Nationalsozialismus empfunden. „Kriegs Enkel Stuttgart“ fordert daher die Entfernung der Skulptur und eine kritische Auseinandersetzung mit der kolonialen und nationalsozialistischen Vergangenheit der Stadt.

Sonny Liston: Eine umstrittene Figur

Sonny Liston, geboren um 1930 in Arkansas, war einer der dominantesten Schwergewichtsboxer seiner Zeit. Er gewann 50 von 54 Kämpfen, davon 39 durch Knockout. Doch sein Leben war geprägt von Armut, Kriminalität und Verbindungen zum organisierten Verbrechen. Liston galt als einsamer, verschlossener Mann, der im Ring gefürchtet, aber außerhalb des Rings oft diskriminiert wurde. Seine beiden Niederlagen gegen Muhammad Ali, insbesondere der umstrittene „Phantom Punch“ im Rückkampf 1965, führten zu Spekulationen über Manipulation und Betrug. Listons Leben endete 1970 unter mysteriösen Umständen in Las Vegas.

Die Debatte: Kunst, Rassismus und Erinnerung

Die Kritiker der Skulptur argumentieren, dass Hrdlickas Darstellung Listons rassistische Klischees bedient und die historische Bedeutung des Standorts ignoriert. Sie fordern eine kritische Aufarbeitung der Vergangenheit Stuttgarts und eine Neubewertung von Kunstwerken im öffentlichen Raum. Die Stadt steht vor der Herausforderung, ein Gleichgewicht zwischen künstlerischer Freiheit und gesellschaftlicher Verantwortung zu finden.

Gleichzeitig gibt es Stimmen, die die Skulptur als wichtiges Kunstwerk verteidigen, das die brutale Realität des Boxsports und die Ambivalenz von Listons Leben einfängt. Sie argumentieren, dass die Entfernung der Skulptur keine Lösung sei, sondern stattdessen eine begleitende Aufklärung über ihre historischen und künstlerischen Kontexte notwendig wäre.

Fazit: Ein Denkmal der Widersprüche

Die „Hommage à Sonny Liston“ ist mehr als nur eine Skulptur – sie ist ein Symbol für die komplexe Beziehung zwischen Kunst, Geschichte und Gesellschaft. Die Debatte in Stuttgart zeigt, wie wichtig es ist, sich kritisch mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen und gleichzeitig Raum für Diskussionen über Kunst und Erinnerung zu schaffen. Ob die Skulptur am Stauffenbergplatz bleibt oder entfernt wird, bleibt abzuwarten. Doch eines ist klar: Die Diskussion hat bereits dazu beigetragen, ein Bewusstsein für die Bedeutung von Kunst im öffentlichen Raum zu schaffen.

Das hier ist doch Satire oder?

Ohmannohmann, gerade erst vor 3 Minuten eine
Forderung (Es müsste ja Vorschlag oder Eingabe heißen) von Nazifrei aka Kriegs Enkel Stuttgart gelesen, jetzt schon wieder den Kopf geschüttelt.